30. Januar 2021

Hochzeiten in Zeiten von Corona

Es gibt definitiv schönere Themen für Blogbeiträge, aber Corona ist nun mal ein Thema, was uns gerade stark beschäftigt. Und wenn ihr gerade eure Hochzeit plant oder nicht sicher seid, ob ihr an eurem geplanten Hochzeitstermin festhalten oder doch lieber verschieben sollt, wird euch dieser Blogbeitrag vielleicht weiterhelfen.

Ich habe zu diesem Thema auch bereits eine Podcast-Folge hochgeladen. Wenn euch das Thema interessiert, und ihr noch mehr Infos dazu  haben möchtet, hört doch mal rein: https://open.spotify.com/episode/2Aq0Ys7CxbhV4eyK1q4TJP?si=N-4i3-fjS1KGgRE1pMDdhA .

Zunächst mal zur Ausgangssituation: natürlich steht die Gesundheit aller im Vordergrund und wir wollen absolut vermeiden, dass sich jemand auf einer Hochzeit ansteckt. Und natürlich ist das Thema sehr emotional, weil Brautpaare oft schon ca. 1,5 Jahre vorher ihre Hochzeit planen und natürlich viel Herzblut darein stecken. Und wir haben auf der anderen Seite Dienstleister, die auch im Jahr 2020 schon sehr starke Umsatzeinbußen durch die aktuelle Situation hatten und nun auch in 2021 wieder vor einer ähnlichen Situation stehen.

Wenn ihr nun für 2021 eure Hochzeit geplant habt, solltet ihr euch die Frage stellen: könnt ihr euch generell vorstellen, in diesem Jahr zu heiraten, auch wenn es noch Einschränkungen geben wird? Inzwischen haben wir uns ja alle schon ein wenig an einige Einschränkungen gewöhnt, die wir uns vor einigen Monaten noch gar nicht hätten vorstellen können. Wenn ihr bei eurem Datum bleiben möchtet, bekommt ihr hier gleich ganz viele Tipps für eure Planung.

Solltet ihr euch jedoch überhaupt nicht vorstellen können, unter diesen Bedingungen zu heiraten, müssen natürlich Lösungen gefunden werden. Ich kann euch nur ans Herz legen, sehr frühzeitig eure Dienstleister mit ins Boot zu nehmen, wenn ihr über eine Änderung eurer Planung nachdenkt. Eine Variante wäre, dass ihr jetzt nur im kleinen Kreis heiratet und ggf. im nächsten Jahr nochmal mit all euren Freunden. Oder aber ihr verschiebt die Hochzeit auf einen späteren Zeitpunkt. Insbesondere bei der Terminsuche solltet ihr auf jeden Fall früh mit euren Dienstleistern sprechen und GEMEINSAM nach neuen Terminen suchen. Werdet dabei etwas kreativ, dann man kann nicht nur an Samstagen heiraten und auch nicht nur von Mai-September. Denkt auch über andere Wochentage nach, denn sehr gefragte Locations und Dienstleister sind auch fürs nächste Jahr schon gut gebucht. Ein Freitag ist als Hochzeitstag inzwischen schon völlig normal, freie Trauungen können zum Beispiel auch an Sonntagen stattfinden. Wochentage rund um Feiertage können auch gut genutzt werden oder auch einfach mal in andere Monate gehen. Dann habt ihr viel größere Chancen, eure Wunschdienstleister zu bekommen.

Ihr möchtet auf jeden Fall in diesem Jahr heiraten? Dann kommen hier jetzt ganz viele Tipps für eure Hochzeitsplanung. Natürlich hoffen wir, dass diese ganzen Maßnahmen nicht mehr nötig sein werden, wenn ihr heiratet. Aber ich denke, es ist gut, schon mal über diese Vorkehrungen nachgedacht zu haben, falls sie denn nötig sein werden. Dies kommt natürlich auf die aktuelle Situation und das Datum eurer Hochzeit an.

Ganz wichtig: versucht entspannt zu bleiben!!! Es geht um eure Hochzeit, etwas super Schönes. Die Situation ist gerade so wie sie ist und ihr solltet euch diesen positiven Gedanken immer wieder bewusst machen, denn auch wenn es momentan etwas anders läuft als vor Corona, wird euer Tag mit Sicherheit toll.

Die Gästeliste: Wenn ihr eine große Hochzeit geplant habt mit ca. 100 Gästen, plant vielleicht einfach für euch schon mal ein „worst case Szenario“. Erstellt für euch gedanklich schon mal eine reduzierte Gästeliste, falls kurzfristig Beschränkungen kommen sollten. Also eine Gästeliste mit 50 Personen, mit 25 und ggf. auch mit 10 Personen. Das ist bestimmt nicht einfach, aber besser ihr habt euch gedanklich schon mal damit beschäftigt, als das kurz vor der Hochzeit auf die Schnelle diese Entscheidungen getroffen werden müssen. Und keine Sorge, die Gäste kennen die aktuelle Situation und sind euch bestimmt nicht böse, wenn ihr nur einen kleineren Kreis einladen dürft.

Kommunikation mit den Gästen: es ist super wichtig, dass sich eure Gäste wohlfühlen, denn ihr habt nichts davon, wenn sie kommen und die ganze Zeit denken, dass sie sich unsicher fühlen auf Grund der aktuellen Situation. Deshalb solltet ihr schon vor der Hochzeit eure Gäste über all eure Maßnahmen informieren, damit sie entscheiden können, ob sie kommen möchten oder nicht. Zeigt Verständnis, wenn jemand absagt, weil er zu viel Sorge hat. Diese Kommunikation könnte z.B. in dafür eingerichteten WhatsApp Gruppen oder Email-Verteilern erfolgen. Oder ihr richtet zur Kommunikation eine Hochzeits-Website ein, auf der sich eure Gäste immer wieder über den aktuellen Stand der Planung informieren können.

Gratulationen nach der Trauung: besprecht euch als Paar vorab, wie ihr eure Gratulationen handhaben möchtet und kommuniziert das auch mit den Gästen. Möchtet ihr zum Bespiel Umarmungen vermeiden, kann man organisieren, dass alle Gäste direkt nach der Trauung ein Glas Sekt in die Hand bekommen und ihr euch alle zuprostet. Das hatte ich auch schon bei Hochzeiten und das ist überhaupt kein Problem. Oder ihr sagt, dass Umarmungen auch mit Maske erfolgen können, so wie jeder es mag. Nach meinen Erfahrungen der letzten Monate ist es auf jeden Fall besser, vorher darüber nachgedacht und auch mit den Gästen besprochen zu haben, damit nicht alle dastehen und nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.

Schnelltest: inzwischen gibt es für alle die Möglichkeit, vorher einen Schnelltest zu  machen. Das gibt natürlich schon mal ein besseres Gefühl und reduziert die Ansteckungsgefahr. Vielleicht kann man das für die Gäste auch organisieren, dass sie kurz vor der Hochzeit einen Termin zum Test bekommen oder ihr habt selber Tests vor Ort. Was ihr als Paar natürlich so oder so machen könnt, ist in den 2 Wochen vor der Hochzeit Kontakte zu reduzieren und selber kurz vorher einen Test zu machen.

Sitzordnung: grundsätzlich ist es momentan auf jeden Fall gut, wenn es einen festen Sitzplan gibt. Und wenn ihr in der Location die Möglichkeit habt, versucht die Gäste nicht zu eng zu setzten, sofern das möglich ist und nicht zu viele verschiedene Haushalte an einen Tisch. Hier ist natürlich wirklich gut kurz vorher genau abzufragen, wer kommt und wer nicht. Für die Gestaltung eurer Sitzordnung würde ich euch eine Variante empfehlen, die ihr immer wieder ändern könnt. Ein fest gedruckter Plan, ist hier nicht so zu empfehlen, da ihr dann nicht so flexibel auf Absagen reagieren könnt (es sei denn ihr druckt ihn selber).

Masken: im letzten Jahr haben noch viele Brautpaare Mund-Nase-Masken für ihre Gästen bedrucken lassen, sodass jeder Gast bei der Trauung die Wahl hatte, diese Masken anzuziehen. Das war eine echt schöne Lösung, allerdings werden inzwischen ja medizinische oder FFP2-Masken empfohlen. Somit ist es von der aktuellen Situation abhängig, ob diese Stoffmasken noch möglich sind. Wenn nicht, würde ich euch empfehlen, ein Körbchen mit medizinischen Masken aufzustellen, sodass die Gäste sich daran bedienen und ggf. auch mal ihre Maske wechseln können.

Desinfektionsmittel: auch dies würde ich für die Gäste bereitstellen und es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun. Ihr könntet natürlich am Eingang und in verschiedenen Bereichen Desinfektionsmittel aufstellen. Oder ihr besorgt für jeden Gast Mini-Desinfektionsmittel, die ihr auf dem Platz des Gastes bereit stellt (oder am Eingang zum Mitnehmen). Ich habe auch gehört, dass man die großen Spender mit Desinfektionsmittel, die man auch aus Geschäften kenn, leihen kann. Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit.

Hinweis „Bitte Abstand halten“: eine nette Idee, wie ich finde, sind auch diese Anstecken für die Gäste, die bedeuten, dass der Gast etwas mehr Abstand haben möchte. Erklärt wurde alles auf einem hübschen Schild und auch noch von der Traurednerin, sodass alle Bescheid wussten.

Namensschilder für eure Gläser: damit eure Gäste ihre Gläser nicht verwechseln, gibt es einige Möglichkeiten, die Gläser mit Namen zu versehen. Eine schöne Idee, sind Haargummies, die ihr um den Fuss der Gläser wickeln könnt. Daran könnt ihr zum Beispiel Herzen aus Holz befestigen, auf denen die Gäste ihren Namen schreiben.

Anzahl der Gäste beim Standesamt: die Anzahl der zugelassenen Gäste beim Standesamt variiert sehr. Klärt das auf jeden Fall vorher mit eurem Standesamt und bedenkt, dass der Fotograf mitgerechnet wird. Vielleicht habt ihr die Möglichkeit, die Trauung per Zoom oder ähnlichem für weitere Gäste zu übertragen, sodass sie quasi mit dabei sind. Aber auch das solltet ihr mit dem Standesamt besprechen, weil oft nur ein Teil gefilmt werden darf.

An der Location: sofern möglich und das Wetter mitspielt, ist es natürlich super, wenn ihr viele Momente des Tages draußen stattfinden lassen könnt. Zum Beispiel den Empfang, Gratulationen oder auch den Nachtisch. Besprecht doch einfach mal mit eurer Location, was machbar ist. Es kann zudem sein, dass es fürs Buffet bestimmte Auflagen gibt (evt. darüber nachdenken, ob ein Menü besser wäre). Und ggf. bei der Candy-Bar beachten, dass ihr mehr auf verpackte Sachen setzt, satt Gläser, mit unverpackten Süßigkeiten.

Ganz wichtig: sprecht einfach eure Dienstleister an und überlegt gemeinsam was machbar ist. Offene Kommunikation ist hier das A und O und so findet ihr sicherlich zusammen gute Möglichkeiten, euren Tag schön zu gestalten.

Ach, und wenn ihr wirklich nur im kleinen Kreis heiraten könnt, hat das auch viele Vorteile und kann trotzdem super schön sein:

  • Ihr habt viel mehr Zeit für euch und für eure Gäste. Die Feier ist dadurch viel intimer und persönlicher
  • Ihr spart eine Menge an Budget. Vielleicht investiert ihr einen Teil davon darin, euch eure kleine Feier noch schöner zu gestalten (z.B. mit einem Upgrade beim Essen, der Deko etc.)
  • Ihr habt viel mehr Zeit für euer Brautpaarshooting und könnt entspannt viele schöne Fotos machen
  • Vielleicht vereinbart ihr einen Zoom-Call mit anderen Gästen um gemeinsam anzustoßen
  • Auch für diese kleine Hochzeit macht es Sinn, euren Fotografen dabei zu haben, damit ihr von euren wichtigen Momenten des Tages schöne Fotos habt. Diese könnt ihr danach auch mit allen Gästen teilen.

Also, auch wenn ihr unter „etwas erschwerten Bedingungen“ in diesem Jahr eure Hochzeit feiern müsst, wird es mit Sicherheit super schön. Gute Kommunikation und Planung vorab ist hier nun besonders wichtig und dann wird der Tag auch in Corona-Zeiten toll. Denn es geht hier darum, dass ihr heiraten möchtet und das wird immer ein besonderer Moment bleiben. Egal wie die äußeren Umstände sind. Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei eurer Planung und eine super tolle Hochzeit!!!

 

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